Schnipsel

„Mama, hier hast Du mal ein Blatt Papier. Da schneidest du jetzt Schnipsel rein! OK?“

„OK!“

„Mama, dann malst Du sie bunt an! Wenn Du Bummelletzte bist beim Malen, das macht nichts!“

„OK!“

Manchmal sind bunte Schnipsel einfach alles was man braucht! ♥️

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Ja wo laufen sie denn?

„Mama, iß doch auch ein Toastbrot mit Schokolade!“ sagt Thronfolgerin heute beim Frühstück zu mir.

„Ach nein danke heute nicht!“ sage ich und pelle mein Ei und trinke die ersten Lebensgeisterweckenden Schlucke Kaffee.

„Sonst musst Du Sport machen,was Mama?“ fragt Thronfolgerin und nimmt einen weiteren großen Schokoladenbrothaps.

„Ja das stimmt meine Liebe, ich müsste mal Sport machen!“, sage ich.

„Ich mache nach dem Frühstück mit Dir Sport Mama! Im Keller. Du auf Deinem wo man so laufen kann und ich auf meinem Trampolin!“ ruft sie begeistert und reißt die Arme nach oben in die Luft.

Mein innerer Schweinehund erwacht plötzlich und fragt sich, ob es sich wirklich lohnt für 5 Minuten Sport mit einer 4-jährigen die Turnhose und den Sport-BH rauszukramen, an einem Urlaubs-Mittwochmorgen, an dem wir auch besser ganz relaxt in den Tag starten könnten… und dann fängt er an zu sprechen:

„Meinst Du wirklich Du möchtest 20 Minuten (hoch gepokert) mit Deiner Mutter im Keller Sport machen?“

Und ja sie will.

„Klar Mama, und wenn nicht, spiele ich einfach“ lacht sie vergnügt. Ich sehe uns schon im Keller: Mutter mit Schnappatmung auf dem Crosstrainer, Kind macht 10 Minuten Hampelmann und singt dabei noch „Wenn der Tag erwacht“.

Gesagt getan, Thronfolgerin ist begeistert von ihrem Plan und sucht ihre Anziehsachen. Sportleggings- versteht sich von selbst. Auch ich suche meine Sport….ähm Hose, und ein adäquates T-Shirt, wobei es fast egal ist welches, Kinder sind da völlig desinteressiert am Sportoutfit der Mama, was ein klarer Mutter-Tochter Sympathie Punkt ist. Im Keller halten sich nur die Kellerasseln vor Lachen den Bauch wenn sie mich von unten auf dem Crosstrainer sehen.

Und so sporteln wir gemeinsam insgesamt 25 Minuten. Nach 10:55 Crosstrainer, ist er da, dieser Moment, wo Dir klar wird, wie lange du Dich nicht bewegt hast. Wie oft du im letzten Jahr gesündigt hast. Nach 10 Minuten Crosstrainer und dem bewegen des eigenen Gewichts habe ich das Gefühl bei 30 Grad im Schatten einen Marathon durch New York gelaufen zu sein. Thronfolgerin ist quietschvergnügt und sagt: „Na los Mama, Du kannst jetzt noch auf das Fahrrad neben Dir steigen!“ Natürlich. Und schon wieder höre ich eine Kellerassel sich lachend auf die Schenkel klopfen.

Mein Handy summt leise, eine liebe Freundin schreibt und fragt wie es läuft. Der Schweiß läuft mir übers Gesicht, meine Wangen glühen, zum Glück sind wir im Keller. Als Mama mit Sportlichem Auftrag will man natürlich nicht abloosen und ich steige todesmutig aufs Fahrrad um. Ich trete in die Pedale und fahre gefühlt bis nach Panama. Mein Gott, das ist aber auch übel wenn man merkt wie lange man diverse Muskelgruppen lediglich mit Körperlotion eingecremt hat statt selbige zu bewegen.

Nach 25 Minuten „Sport“ mittlerer Intensität nach 365 Tagen gebe ich auf . Thronfolgerin marschiert fröhlich nach oben und wirft mir ein

„Geh mal erstmal duschen Mama“ entgegen. Dem habe ich nichts hinzuzufügen und schleppe mich mit letzter Kraft in die Dusche…

Ich bin ihr unendlich dankbar für diese 25 Minuten. Sie kamen genau richtig. Sie werden wiederholt, vor allem wenn man so entzückende Unterhaltung dabei hat! ♥️

Wir beide wenn

wir malen, dann steht meine Zeit still. Dann sind wir ganz weit weg vom Alltagstrott, vom Büro, von der Kita. Wenn wir uns in Dein Bild träumen und Du erfindest die Geschichte. Die Geschichte von der großen, grünen Schmettlingseisenbahn, die durch unseren Garten fährt. ♥️ Mein neues Lieblingsbild von Dir!

Wolkenschleim!

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Sieht er nicht großartig aus unser Schleimi? Wenn man mit der besten Mamafreundin der Welt (die gleichzeitig noch Kindergärtnerin ist) und den Kindern zusammen bastelt, dann lernt man zum Beispiel Fische basteln, oder eher kneten, aus „Soft Clay“ und „Wolkenschleim“. Beide Materialien sind „weich“, äußerst wandelbar in der Form und bröseln eben nicht so wie handelsübliche Knete auseinander. Noch dazu trocknen Soft Clay und Wolkenschleim innerhalb von 2-24h an der Luft aus und liefern ein super Ergebnis, welches man dann bis in alle Ewigkeit aufheben kann.🤗

„Wenn der Tag erwacht

und die Sonne lacht, steh ich auf mit frohem Sinn…“ so klingt unser Lieblingskitalied. Im Büro telefoniere ich mit der Thronfolgerin, die mir nochmals aufgeregt erzählt, dass heute der Osterhase in die Kita kommt. Ich bin oft fasziniert welche Bedeutung solche für uns Erwachsene doch schon banalen Dinge, für Kinder haben. Da lehne ich mich im Bürostuhl gern kurz an und lasse mich fallen in die Gedankenwelt der Thronfolgerin. „Und weißt Du Mama, wenn Du mich nachher abholst dann küsse ich Dich ganz doll!“

Diese Küsse brauche ich heute auch ganz dringend. Erst habe ich verschlafen, die Kaffeekapseln sind genau am falschen Tag alle und das Frühstück erledige ich Mal eben zwischen Make-Up und schon in die Stiefel steigen. Im Zielbahnhof angekommen, lachen mich bereits um 8:05 die Zeugen Jehovas an – was für diese Uhrzeit und einen absoluten Touristenbahnhof in Berlin doch schon äußerst fragwürdig ist. Die eine wedelt aufgeregt mit dem Wachturm, die andere wiegt ein Tablet mit Jehova von links nach rechts: „treten sie näher verehrtes Publikum“ scheint ihr Gesicht zu sagen und eine dritte steht daneben und lächelt nur einfach selten dämlich. Prima denke ich mir, geht ja gut weiter dieser Dienstag. Dicht gefolgt von jeder Menge Arbeit und reichlich anderen kleinen und mittelgroßen Problemen, Probleme die eigentlich keine sind. Um 13:50 fällt mir auf, das ich diesem Vormittag keinen einzigen Schluck getrunken und nichts gegessen habe und schon Feierabend habe.

Nun bin ich gespannt wie es so war mit dem Osterhasen in der Kita und geistere mit der Thronfolgerin ein bisschen durch die bunte Osterwelt, schalte kurz ab und warte auf das nächste Highlight 😁.

Sonntags, 6 Uhr 10 irgendwo in Brandenburg…

Ich träumte gerade von Robbie Williams. Er sollte auf dem Marktplatz unseres beschaulichen Städtchens singen.  Sarah und ich standen ganz vorn an der Absperrung  mit einem Stift und einem Ticket in der Hand, wir Autogramjägerinnen.  Wir waren so gut vorbereitet. 😁 Um 6 Uhr 10 sagt eine freundliche Stimme in mein Ohr: „Mama! Ich habe Hunger! Los komm, lass uns aufstehen!“ Ich werde wohl nie erfahren was aus dem Moment am Absperrgitter geworden wäre😂.

Stempeln oder „Der private Zeitschrifteneingang“

„Mama weißt Du, ich möchte gerne stempeln! Kannst Du mir einen Stempel von Deiner Arbeit geben?“ 

Ruft das Kind, während es mit seinen blinkenden Turnschuhen die Treppe zu mir ins Büro hochgestampft kommt. Gestampft ist hierbei wörtlich zu nehmen, denn nur dann blinken die Turnschuhe auch richtig. Ich ergatterte das letzte Paar in ihrer Größe heute in einem bekannten Discounter, einem der mir auch schon für „Blinke-Regenstiefel“ bekannt ist. Die Qualität ist ganz ordentlich und für die Kita reicht es allemal.

„Mama, ich brauche auch solche Karten, wo ich drauf stempeln kann!“, ist die zweite Aufforderung der ich gerne nachkomme. Natürlich bekommt das Kind den großen Eingangsstempel für Zeitschriften  aus meiner mobilen Arbeitsausstattung und dazu ein paar kleine gelbe Karteikarten. Damit düst sie glücklich ab und stempelt was das Zeug hält. Nur 5 Minuten später ist sie bereits wieder die Treppen hochgestampft:

„Mama, Papa und ich brauchen noch mehr von den Karten!“

Natürlich. Ich vermute sie inventarisieren unseren gesamten privaten aktuellen Zeitschriftenbestand. 😀